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Die Rosa-Blau-Falle

Als meine Tochter Johanna in die Krippe ging, nähte ich noch den Großteil ihrer Garderobe. Sie liebte es, wenn ich ihr ein neues Kleidungsstück nähte und trug es mit ganzem Stolz. Ihr war wichtig, dass es bequem war, die Farben spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich schlagartig, als sie mit 3 Jahren in die Kindergartengruppe wechselte. Zwei Wochen später musste ich losziehen und Kleider kaufen. Seitdem verweigert sie Hosen und will jeden Tag ein Kleid anziehen, ich muss die Haare schön zu einem Zopf flechten und rosa ist ihre Lieblingsfarbe.



Das war der Moment als ich begriff, dass ich mich als Mutter noch so bemühen kann, meinen Kindern zu erklären, dass Farben allen Kindern gehörten und es kein Mädchen und kein Jungenspielzeug gäbe. Denn sie machten in ihrem Alltag nur gegenteilige Erfahrungen. Ich beschäftigte mich also das erste mal mit genderneutralem Spielzeug und warum die Spielwarenindustrie ihr Sortiment in Produkte für Mädchen und Jungen teilte. Hinter der Aufteilung der Spielsachen in Rosa für Mädchen und Blau für Jungen steckt nur ein einziger Grund: doppelter Konsum, doppelter Gewinn. Denn wenn das rosa Fahrrad nicht an den kleinen Bruder weitergegeben werden kann, weil dieser dann vielleicht auf Grund der Farbe gemobbt wird, wird ein neues Fahrrad angeschafft.


Etwas anders verhält es sich jedoch mit Puppen und Autos. In einigen Studien konnte belegt werden, dass unterschiedliche Spielzeugvorlieben das Ergebnis von angeborenen und sozialen Faktoren sind. Die WissenschaftlerInnen sagten aber auch, dass diese genetische Veranlagung sehr schwach sei und von Medien, Werbung und gesellschaftlichen Rollenbildern geprägt und verstärkt wurde.


Gendermarketing verhindert also, dass Kinder sich frei entfalten können und drängt ihnen geschlechterspezifische Stereotypen auf. Deswegen ist es um so wichtiger, dass wir als Eltern mehr Vielfalt in die Kinderzimmer einziehen lassen. Bestärken wir unsere Kinder in der Wahl ihrer Spielsachen, auch wenn sie nicht den klassischen Rollenbildern entsprechen.



Moji & Tintin steht vor allem für Diversität. Wir Menschen - sowohl die Kleinen als auch die Großen - sind so unterschiedlich. Feiern wir diese Unterschiede und machen die Welt gemeinsam etwas bunter!

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