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Wie zum Teufel bin ich hier gelandet?

Im Unternehmensgründerprogramm ist immer eine der ersten Fragen: „Und, was ist Deine Bullshit Story?“ Was so viel bedeutet wie „Wie zum Teufel bist Du hier gelandet? Warum tust Du das, was Du tust? Warum stehst Du heute hier und willst Dich in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten selbstständig machen? Wofür brennst Du?“


Bei mir gibt es tatsächlich nicht die EINE Bullshit Story. Es gibt viele Gründe, warum ich Anfang 2021 mein Kleinunternehmen anmeldete und im April 2022 meinen sicheren Teilzeitjob kündigte.


Aber lasst uns ins Jahr 2014 zurückgehen. Da wurde ich nämlich das erste Mal Mama. Unser Sohn Moritz (den wir übrigens Moji rufen) hat den Anfang gemacht, 2016 wurde Valentin (Tintin) geboren und 2018 unsere Tochter Johanna.



Als Johanna sechs Monate alt war, stand ich kurz vor einem Burnout und wurde wegen einer postnatalen Schwangerschaftsdepression behandelt. Ich konnte kaum noch aufstehen, schlief den ganzen Tag und war mit meinem Leben maximal überfordert. Mit Hilfe von Antidepressiva (und der Hilfe meiner Mama) kämpfte ich mir den Weg zurück in den Alltag, ich war seitdem aber nie wieder so belastbar wie davor. Ich erkannte aber, wie wichtig meine mentale Gesundheit war und dass meine kinderfreie Zeit heilig war. Ich wollte mehr von den Dingen tun, die mein Herz erfüllten und meine Hände beschäftigten. Also begann ich zu Nähen, zu Häkeln, zu Stricken. Und jede einzelne Masche, jedes einzelne kleine Kunstwerk brachte mich Stück für Stück zurück in mein Gleichgewicht.


Nach dem Ende meiner Karenz stieg ich 2019 wieder ins Berufsleben ein. Ich musste aber bald feststellen, dass ich nicht einfach dort anknüpfen konnte, wo ich vor 5,5 Jahren aufgehört hatte. Ich musste mich wieder von Neuem beweisen und mein Wunsch nach mehr Verantwortung und anspruchsvolleren Aufgaben wurde laufend ignoriert. Man war anscheinend der Meinung, dass Mütter in Teilzeit nicht mehr konnten als administrative Tätigkeiten.


Also suchte ich mir im privaten Umfeld meine Herausforderung: Ich gründete im Jänner 2021 mein eigenes Label Moji & Tintin. Der Tiger und der Bär symbolisieren die Charaktereigenschaften meiner Buben. Der starke, laute Tiger Moji und der gemütliche, liebenswerte Bär Tintin.

Ein ganzes Jahr lang beschäftigte ich mich mit dem Thema CE und Spielzeugsicherheit, stellte mein Sortiment zusammen und das alles nebenbei zum Teilzeitjob und den drei Kindern.


Als uns dann Corona ins Homeoffice verbannte, wurde mir klar, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. So viele Ideen wollten umgesetzt werden, und doch musste ich mich aber die meiste Zeit mit einem frustrierenden Job herumschlagen. Im April 2022 kündigte ich. Der Plan war, im Mai und Juni den eigenen Onlineshop aufzubauen, die Sommerferien mit meinen Kindern zu verbringen und ab Herbst einen neuen Job anzutreten. Doch das AMS (Arbeitsmarktservice) schlug mich für das Unternehmensgründerprogramm vor. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, mich auf personalisierte Puppen zu spezialisieren. Und so bekam ich diese wundervolle Chance.


Eine Entwicklung in meinem Leben, die mich mit unglaublich viel Liebe erfüllt und mein Leben ungemein bereichert. Denn ich bin nicht mehr nur die Mama von...


Ich bin Moji & Tintin.

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